Chemnitzer Modell

Fahrzeuge

VDV TramTraim

Die aktuell vorhandenen 12 Citylink-Bahnen werden mit Fertigstellung des Teilabschnittes Eisenbahn in Richtung Aue auf den Strecken der Stufen 1 und 2 zum Einsatz kommen. Für den weiteren Ausbau des Chemnitzer Modells, also für die Stufen 3, 4 und 5 und später als Ersatz für die Variobahnen auf der Linie C11 (Stufe 0) werden langfristig insgesamt ca. 20 weitere Fahrzeuge benötigt.

Zunächst fanden Betrachtungen  zur zukünftigen Antriebsform (ob elektrisch mit 15 kV Bahnstrom und/oder Diesel) sowie zu den Vergabemöglichkeiten statt. Die konkrete Fahrzeugkonzeption geht mit der Schaffung aller notwendigen Voraussetzungen sowohl auf infrastruktureller (Elektrifizierung, Barrierefreiheit etc...) als auch auf betrieblicher Ebene (Reiseketten etc.) einher.

Die Deutsche Bahn AG und der Freistaat Sachsen haben zwischenzeitlich die Elektrifizierung der Strecke Chemnitz - Leipzig bis voraussichtlich 2028 in Aussicht gestellt. Dazu gehört auch der Streckenabschnitt Chemnitz - Burgstädt, der zum Chemnitzer Modell gehört. Außerdem wird auch die Elektrifizierung der Abschnitte Niederwiesa - Hainichen und langfristig Chemnitz - Thalheim als sinnvoll bewertet. Um aber auf allen Strecken vollständig elektrisch zu fahren, ist es nötig, am Hauptbahnhof Chemnitz die elektrische Systemtrennstelle 750 V / 15 kV nachzurüsten. Diese war 2012 im Rahmen der Stufe 1 bereits Teil der Planfeststellung. Es könnte damit zulünftig bei der Beschaffung weiterer Fahrzeuge auf Dieselantrieb verzichtet und ein Pool von klassischen rein-elektrischen Zweisystemfahrzeugen beschafft werden. Die vorhandenen 12 Citylinks kämen dann auf den nicht elektrifizierten Strecken nach Annaberg-Buchholz, Olbernhau und Aue zum Einsatz.

Die bestehenden und geplanten deutschen und österreichischen Zweisystembetriebe haben 2015 begonnen, im Rahmen des Unterarbeitskreises "Regionalstadtbahnen" des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) ihre jeweiligen Fahrzeuganforderungen miteinander abzustimmen, um eine gemeinsame Fahrzeugbeschaffung durchzuführen. Die gemeinschaftliche Beschaffung einer höheren Anzahl von Zweisystemfahrzeugen ist deutlich wirtschaftlicher als die autarke Beschaffung durch die einzelnen Teilnehmer. Inzwischen wurde ein Basisfahrzeug definiert, von dem sich mithilfe individueller Komponenten verschiedene Untervarianten ableiten lassen. Zum Beispiel werden die Projektpartner ihre Züge in der jeweiligen Unternehmensfarbe bestellen.

Seit 2017 arbeitet der VMS mit der Projektgruppe zusammen, zu der außerdem die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), die Verkehrsbetriebe Karlsruhe GmbH (VBK), die Erms-Neckar-Bahn AG (ENAG) und die Saarbahn Netz GmbH gehören. Aus aktueller Sicht liegt die Gesamtbeschaffungsanzahl bei 200 - 300 Fahrzeugen. Am 11. März 2019 wurde von den Beteiligten der Kooerationsvertrag unterzeichnet. Die ersten TramTrains sollen ab 2025 einsatzbereit sein.

Unterstützt durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.