Chemnitzer Modell

 

Stufe 0: Die Pilotstrecke Chemnitz - Stollberg

Vorplanung

Ursprünglich hatte die im Jahr 1895 eröffnete Strecke nach Stollberg und Zwönitz ihren Anfangspunkt am Chemnitzer Südbahnhof. Etwa in Höhe der Solbrigstraße kreuzte eine Brücke der damaligen Eisenbahn die Annaberger Straße und die dort verkehrende Tram. Bis nach Harthau verliefen Eisenbahn und Straßenbahn nahezu parallel zueinander. An der Endhaltestelle der Straßenbahn in Altchemnitz näherten sich beide Strecken bis auf wenige Meter an. Dadurch waren an dieser Stelle beste Voraussetzungen zur Errichtung einer Verknüpfungsstelle gegeben.

Bau

Eine neue Weiche sorgte für den Übergang zwischen dem zweigleisigen Straßenbahnnetz und der eingleisigen Eisenbahnstrecke. Diese wurde mit 750 V Gleichspannung elektrifiziert. Auch wurden in Neukirchen-Klaffenbach und Pfaffenhain moderne Kreuzungsbahnhöfe gebaut sowie die Leit- und Sicherungstechnik der Strecke erneuert. Sechs Gleichrichterunterwerke versorgen die Bahnen mit Strom.

Im Stadtgebiet von Chemnitz entstanden die zusätzlichen Stationen Riemenschneiderstraße, Klaffenbach, Friedrichstraße und in Stollberg der neue Haltepunkt Schlachthofstraße.

Inbetriebnahme

Die City-Bahn Chemnitz GmbH nahm die Strecke nach nur einjähriger Bauzeit am 14. Dezember 2002 in Betrieb. Von diesem Zeitpunkt an war es den Fahrgästen möglich, die Stadt Stollberg vom Hauptbahnhof Chemnitz über die Zentralhaltestelle entlang der Annaberger Straße und über die Verknüpfungsstelle in Altchemnitz umsteigefrei zu erreichen.

Im Bahnhof Stollberg beginnt und endet auch die Kursbuchstrecke 523 Stollberg - Lichtenstein - Glauchau. Deshalb verfügt der Bahnhof über mehrere Bahnsteige. Den Übergang auf die Buslinien gewährleistet der Busbahnhof in unmittelbarer Nachbarschaft des Endpunktes der Pilotstrecke.

Bereits im Vorlaufbetrieb waren durchschnittlich 800 Fahrgäste pro Tag zwischen Chemnitz und Stollberg unterwegs. Auch die Tarifgestaltung auf der Strecke, die in drei Zonen unterteilt war, näherte sich zu dieser Zeit schon dem Modell des Verbundtarifes an. Die anfänglichen Prognosen der Fahrgastzahlen von rund 2500 Fahrgästen täglich wurden nach 15 Jahren Betrieb um mehr als das Doppelte übertroffen.

Unterstützt durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.